Biodiversität/ Projekt "Himmelbeet"

Himmelbeet (c) Dirk Jüngermann

Richtig gelesen, kein Druckfehler. Wachtberg soll kein Himmelbett, sondern ein Himmelbeet bekommen: Als Gemeinschaftsgarten, der Natur und Schöpfungsspiritualität verbindet. Denn schon der Heilige Franziskus ordnete an, im Konvent immer einen Teil des Gartens dem freien Wachstum von Wildkräutern zu überlassen – zur Ehrfurcht und Freude der Menschen, die ihren Blick zu Gott, dem Schöpfer dieser Schönheit erheben. Ein solches Himmelbeet, an dem Menschen in stiller Betrachtung zur Ruhe kommen können, aber auch aktiv miteinander Natur erleben, genießen und gestalten, ist auch für St. Marien Wachtberg geplant. Ähnliche Initiativen gehen bereits mit gutem Beispiel voran, z. B. der Gemeinschaftsgarten des Zusammen Leben e.V. in Freiburg. Dort bietet eine Fläche auf einer ehemaligen Pferdekoppel, etwa so groß wie ein halbes Fußballfeld, nun Pilzen, Beeren, Kräutern und Stauden eine Heimat. Aber vor allem ist sie Treffpunkt von etwa 130 Menschen aus 16 Nationen. Regelmäßiges Element dieses „interkulturellen und inklusiven Gartens“ ist das gemeinschaftliche Gärtnern. „Dabei richtet sich der Focus besonders auf die Menschen, die nicht dazugehören“, lautet die Botschaft.

Ausgeschlossene gibt es derzeit - auch bei uns in Wachtberg - viele:

Asylsuchende, die vor Krieg, Verfolgung, Not und fortschreitender Umweltverschmutzung in ihrer Heimat geflohen sind. Menschen mit und ohne Behinderung, die mit der „modernen Gesellschaft“ einfach nicht mehr Schritt halten können. Oder Kinder, die aufgrund unterschiedlicher Faktoren kaum Kontakt zur Natur haben. Und diese Natur gehört selbst zu den „Armen“: Mit Tieren, deren Lebensraum in Gefahr oder schon zerstört ist; mit Pflanzen, die einer gnadenlos auf Effizienz und Vermarktbarkeit getrimmten Landwirtschaft weichen müssen.

Das Himmelbeet möchte also vieles ein: Begegnungsstätte, Freiraum, Fluchtpunkt, Natur- und Lerngarten, kleines Paradies, Arche, Biotop, Rückzugsraum, Traumland. Und kleine, intakte Heimat in unserem großen gemeinsamen Haus. Darüber hinaus ist ein solcher Garten auch ein vorbildlicher Ort „lebendiger Katechese“, um Glaubenssamen und -früchte zu säen und zu ernten.

Passende Orte für die Umsetzung werden aktuell noch gesucht – die Gespräche sind aber bereits im Gange…

 

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