St. Simon und Judas Thaddäus

St Simon-und-Judas-Villip

In großartiger Weise haben Wachtberger Bürger und Handwerker den originalen Hochaltar in der Villiper Kirche St. Simon und Judas Thaddäus wieder hergestellt. Hier in dieser katholischen Kirche mit spätbarocker Ausstattung befanden sich ursprünglich zwei hintereinander liegende, wandelbare Altarbilder, je nach liturgischem Kalender. Man entfernte allerdings das zweite, in einer Nische mit Marienskulptur befindliche Altarbild in den Siebziger Jahren. Auf einem Dachspeicher lagerte die Marienfigur über 30 Jahre und nur das vordere Bild blieb während des ganzen Kirchenjahres sichtbar.

Die den Villipern bislang bekannte Version ist das Altarbild (Öl auf Leinwand) im gold umrahmten Rundbogen. In der Mitte ist Christus am Kreuz dargestellt, Maria Magdalena umfasst kniend das auf Golgatha aufgerichtete Kreuz, während Maria, die Mutter Jesu und der Jünger Johannes, das Kreuz links und rechts flankieren. Der Maler der Kreuzigungsszene hat den Moment der Sterbestunde Jesu gewählt (vgl. Mk15,33 : „Um die sechste Stunde brach eine Finsternis über das ganze Land herein bis zur neunten Stunde um drei Uhr nachmittags.“).

Der Hintergrund des Bildes zeigt diese Verfinsterung. Im rechten Bildteil sieht man wie hinter einem Vorhang den halben  glutroten Sonnenball verschwinden und ein Reststück des blauen Nachmittagshimmels. Das Ölbild hat einen goldenen ornamental geschnitzten Holzrahmen. Die zweite, nun neue (wiederhergestellte) Altarmitte besteht aus einer fast halbrunden Nische, in der die Figur der Himmelskönigin Aufstellung gefunden hat. Diese zweite Altarmitte als Nische hinter dem Kreuzigungsbild erscheint erst, wenn man das Bild mittels Kurbel hinter den Tabernakel herunterdreht. Es gibt den Blick frei in einen Sternenhimmel, blaugrundig mit goldenen Sternen. Und im goldenen Strahlenkranz steht die Figur der Gottesmutter, wie sie gerade von zwei kleinen Engeln gekrönt wird. Rechts und links halten symmetrisch die beiden Putten die Krone über die nach oben schauende Muttergottes Maria.  Sie weist mit ihrer rechten Hand als Demutsgestus auf ihre Brust (vgl. Lk 1 ,38) „Siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach Deinem Wort.“ Ihren linken Arm streckt sie weit aus, eine expressive Geste, die die Worte des Magnificat (Lk, 1 ,46ff) unterstreichen könnte: „Hoch preist meine Seele den Herrn, Und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heiland: Denn herabgesehen hat er in Gnaden auf seine niedrige Magd. Seht, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter. Großes hat an mir getan der Mächtige.“

Der noch aufwendiger und schöner geschnitzte Holzrahmen der Marien-Nische weist darauf hin, dass es das Festtagsbild der Kirche ist, sozusagen der Schmuck des Hochaltars für den festlichen Teil des Kirchenjahres. Dies sind die Tage des Weihnachts- ,Osterund Pfingstfestkreises. Außerdem gibt es einzelne marianische Festtage, die in untenstehender Auflistung genannt werden. Die Öffnung der Nische, die Zeigung der Marienkrönung bietet sich also zu den Festkreisen und zusätzlich zu den hohen Marienfesten wie 15.8. (Mariae Himmelfahrt), 8.12. (Unbefleckte Empfängnis) 2.2. (Mariae Lichtmess) und 25.3. (Mariae Verkündigung) an. Noch eine Besonderheit, die mir am Hochaltar aufgefallen ist: Das Medaillon (obere Rundbild) des Altares zeigt als Ölbild die Trinität, die Heilige Dreifaltigkeit. Dieses gleiche Thema der Einheit Gottes in drei Personen, Gott Vater, Gott Sohn und Hl. Geist ist im Hochaltar auch in plastischer Darstellung vorhanden. Der Villiper Hochaltar zeigt also in seiner Ikonografie Christi Tod und Christi Auferstehung. Theologisch betrachtet wird in  jeder Heiligen Messe Christi Tod und Auferstehung gefeiert. Der Bezug zur Muttergottes besteht in ihrer Mittlerschaft zwischen Gott und den Menschen. Sie ist Fürsprecherin vor Gott in allen Anliegen noch vor allen andern Heiligen.

Irene Rothweiler

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