St. Antonius Arzdorf

2011 Kapelle Arzdorf (c) privat

Wir dürfen annehmen, dass es die Sorge um das eigene Seelenheil war, die den Ritter Heinrich von Hüchelhoven, unter anderem Burgherr zu Adendorf, und seine Frau Margaretha sowie ihre Nachkommen um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert veranlassten, in dem kleinen auch zu ihrem Herrschaftsgebiet gehörenden Ort Arzdorf eine Kapelle zu stiften. Denn hierfür mussten sie aus Gründen der unterschiedlichen weltlichen und kirchlichen Zugehörigkeit von Arzdorf zuvor die Zustimmung des Abtes von Steinfeld und des Pfarrers von Fritzdorf einholen.Sie statteten das zu Ehren der Muttergottes sowie der Heiligen Stanislaus, Antonius und Servatius errichtete Gebäude mit jährlichen Renten aus, für die der Pastor von Fritzdorf montags, dienstags und samstags eine heilige Messe zu ihrem und ihrer Verwandten Gedächtnis lesen sollte. Eine zusätzliche Rente setzten sie für die Beleuchtung und die Unterhaltung des Kapellenbaues aus.

All dies konnte jedoch nicht verhindern, dass 300 Jahre später, gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Kapelle zerfallen war, dies vielleicht auch eine Folge des 30-jährigen Krieges oder der folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen, bei denen am 9. Januar 1690 unter vielen anderen die Dörfer Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf geplündert und niedergebrannt wurden. Der damalige Burgherr zu Adendorf, der Graf von der Leyen, ließ schließlich 1732 eine neue Kapelle mit drei Altären errichten, die zum Jahresende 1741 geweiht wurde.

Der Neubau der Kapelle kann  aufgrund seiner Größe als Teil der damals von den Arzdorfern mit Unterstützung der Reichsgräfin von der Leyen angestrebten Trennung von Fritzdorf zur Errichtung einer eigenen Pfarrei in Arzdorf gesehen werden. Möglicherweise war er aber auch als Maßnahme des Adendorfer Burgherrn zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in den zerstörten Dörfern Adendorf und Arzdorf gedacht.

Wir wissen nicht, wie groß die 1398 gestiftete Kapelle gewesen ist. Der Neubau von 1732 erscheint bei einer Einwohnerzahl von damals etwa 150 allerdings recht großzügig. Das seit Ausbau der Straße von Essig nach Mehlem direkt an einer viel befahrenen Kreuzung gelegene Gotteshaus wird heute gemeinhin nur noch Antoniuskapelle genannt. Das 17,35 lange und 7,20 breite Bauwerk umschließt einen hellen Innenraum, der 100-120 Besuchern Sitzplätze bietet. Damit ist es eigentlich schon eine kleine Kirche.

Von den ehemals drei Altären ist nur noch der Hauptaltar vorhanden, der in einem großen Altarbild die Hubertuslegende zeigt. Er wird gekrönt von einer Figur des hl. Mönchsvaters Antonius, im Rheinland auch "Ferkestünn" genannt. Die Kapelle besitzt darüber hinaus eine Reliquie des Heiligen aus dem Jahr 1750, die in einer vergitterten Nische ihren Platz hat. Der Altarraum zeigt weiter Statuen der Gottesmutter, des hl. Josef sowie der Heiligen Servatius und Stanislaus. Die Seitenwände schmückt ein Kreuzweg und im hinteren Bereich unter der Empore befindet sich ein Marienbild mit Opferkerzen sowie eine Pieta. Die Westfassade trägt in drei Nischen über dem Eingang Figuren der Heiligen Antonius, Maria und Josef. Im Dachreiter befinden sich zwei Glocken von 1884 und 1927.

Vorbei sind jedoch die Zeiten der Wochentagsmessen aus der Stiftungszeit. Und auch die späteren Messen am Samstag und am Sonntag, bei denen bis in die 1980er Jahre die Kapelle leidlich gefüllt war, finden heute nicht mehr statt. Dies sei geschuldet dem Priester- aber auch dem Besuchermangel. Lediglich zur Antoniuskirmes um den 17. Januar und auch zu Erntedank gibt es noch regelmäßig Heilige Messen. Zur Kirmes finden sich dann immer noch einige Pilger von auswärts ein, die um die Fürbitte des hl. Antonius für sich und ihr Vieh bitten.

Und dennoch bemühen sich einige Unentwegte und seit einigen Jahren der Antoniusverein Arzdorf nicht nur um den Erhalt der Kapelle. Darüber hinaus wollen sie diese als Haus des Gebetes auch weiterhin mit Leben erfüllen.

So trifft man sich montags um 8.00 Uhr zum Morgengebet, mittwochs um 19.00 Uhr zur Andacht und  -im Hinblick auf die derzeitige Situation in der Welt- seit kurzem freitags um 19.00 Uhr zu einem Gebet für Frieden und Versöhnung.

Aber auch außerhalb dieser Zeiten ist die Kapelle täglich geöffnet und lädt zum Gebet ein. Schauen Sie doch einmal rein.

Peter Linke

P.S.: Wer sich für das Engagement des Antoniusvereins rund um die Antoniuskapelle in Arzdorf interessiert, findet weitere Informationen unter antoniusverein-arzdorf.de

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