St. Pius X. Kapelle Züllighoven

St. Pius Züllighoven

"Wenn das Ave-Glöckchen vom Kapellenturm ruft zu Abendandacht Alt und jung, dann im Kreise deiner Lieben froh vereint, höchstes Glück der Erde dir dann scheint"

So lautet eine der Strophen des "Züllighoven-Liedes". Es wurde von Anton Meyers (verstorben) aus Berkum, der sich dem kleinen Ort in besonderer Weise verbunden fühlte, gedichtet. Das Lied entstand zu einer Zeit, als die Errichtung einer Kapelle zwar dem frommen Wunsch vieler entsprach, dessen Erfüllung jedoch aus unterschiedlichen Gründen immer wieder scheiterte. Fast einhundert Jahre dauerte es von der Idee bis zur Realisierung. Im Jahre 1897 wurden nachweislich erste Haussammlungen zum Bau einer Kapelle durchgeführt. 1906 fertigte ein Düsseldorfer Architekt die ersten Skizzen für den Bau einer Kapelle mit den Grundmaßen 4,20 m x 4, 70 m. Nach dessen Kostenschätzung sollte der Bau mit 5.177 Mark realisiert werden.

Erlöse aus Konzerten und Theateraufführungen des Kirchenchores flossen auf ein Kapellenbaukonto. Im Jahre 1910 erwarb man für 540,00 Mark ein Grundstück in der Ortsmitte von Züllighoven. 1913 und 1936 wurden alternative Skizzen gefertigt. Während des zweiten Weltkrieges überlegte man, einen 6 m x 12 m großen Bunker zu bauen, auf dem nach dem Krieg eine Kapelle errichtet werden könne. Nach der zweiten Währungsreform 1948 starteten die Züllighovener erneut Sammlungen und Theateraufführungen zu Gunsten eines Kapellenbaus. Steine und Sand wurden gekauft und eine Glocke angeschafft. Der Sand und die Steine waren bald ein beliebter "Spielplatz" für die Kinder und verwitterten schließlich. Zwei Geldentwertungen und die permanent verweigerte Zustimmung der ortsansässigen Pfarrer verhinderten die Umsetzung all dieser Pläne.

Nach einer Erzählung meines Großvaters (Johann Engels) reagierte der Pfarrer auf einen erneuten Antrag wie folgt (sinngemäß): "Sie erwarten dann wohl auch jeden Tag eine heilige Messe und sonntags ein Hochamt." Damals stand der Pfarrer lediglich den Dörfern Berkum, Werthhoven und Züllighoven mit einer Pfarrkirche und einer Kapelle vor. Mein Großvater reagierte: "Nicht jeden Tag, auch nicht jede Woche, aber vielleicht einmal im Monat könnte eine heilige Messe gehalten werden. Auch wünschen wir einen würdigen Ort, um für unsere Verstorbenen Totenwache zu halten." Der Wunsch nach einem Gotteshaus blieb. Jedem neuen Pfarrer trugen die ortsansässigen Kirchenvorstandsmitglieder- zuletzt Philipp Hochgürtel und Margret Schmitz - diesen Wunsch vor. Erst bei dem damals jungen Plarrer Heinrich Steden fand er 1977 Gehör und Unterstützung. Die alten Skizzen wurden verworfen und die heutige Kapelle von Franz Schmitz (Züllighoven) als realisierbares Projekt neu geplant. Längst verschollen geglaubte Sparguthaben (DM 6.000,00) tauchten wieder auf und neue Sammlungen wurden initiiert.

Die Genehmigungen der zuständigen Behörden und des Erzbistums ermöglichten am 04. November 1979 den ersten Spatenstich durch Pfarrer Heinrich Steden. Die Grundsteinlegung zu unserer heutigen Kapelle folgte am 26. November 1978. Einzige Auflage des Erzbistums war, dass die Kapelle in Eigenleistung und ausschließlich aus Eigenmitteln erbaut und unterhalten werden müsse. Was von vielen bezweifelt wurde, gelang. Mit nur 28.000 Deutsche Mark und der tatkräftigen Mithilfe vieler Züllighovener Bürger wurde die Kapelle in einjähriger Bauzeit bis zur Weihe am 20. Oktober 1979 errichtet. Als Namenspatron hätte mancher der Kapellenbefürworter und Erbauer gerne seinen Taufheiligen gewählt. Um diesen Streitigkeiten jedoch zu entgehen, einigte sich das zur Patronatssuche bestimmte Gremium auf einen Heiligen des 20. Jahrhunderts, den Heiligen Papst Pius X. Er wurde 1835 geboren, führte sein Pontifikat von 1903 bis 1914 und wurde 1951 selig, 1954 heilig gesprochen. Er leitete wesentliche kirchliche Reformen ein. Darunter sind der regelmäßige Kommunionempfang und die Frühkommunion der Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren besonders zu erwähnen. Ein Bronzeguss und eine Holzstatue mit seinem Abbild zieren das Außenportal und die Stirnwand hinter dem Altar. Das Besondere dieser von außen und innen eher schlichten Kapelle ist für mich die Solidarität der Menschen. Sie haben den Traum nach einem würdigen Gotteshaus gegen alle Widerstände und Widrigkeiten während eines ganzen Jahrhunderts nie aufgegeben. Die Eigenleistung und Spendenbereitschaft aller ist beispielhaft. Selbst viele ehemalige Züllighovener kamen in ihren Geburtsort, um das Vorhaben zu unterstützen und die Kirchweihe zu feiern.

Der Berkumer Künstler Wilhelm Zettelmeier gestaltete und spendete die Bleiglasfenster der Kapelle rechts und links des selbst gefertigten Betonaltars (Franz Schmitz). Im linken Fenster sieht man die Kapelle vor dem Hintergrund des Siebengebirges. Es bezeugt die Zugehörigkeit zum Drachenfelser Ländchen. Im rechten Fenster finden wir um das Kreuz angeordnet Symbole des örtlichen Vereinslebens und des Handwerks. Wir erkennen Posaune, Flöte und Trommel, Spaten, Säge, sowie ein Schieferhammer und Zange.

Hahn und Kreuz auf dem Kapellenturm schmiedete der Schlosser Klaus Philippsen (Spende) aus Berkum. Die Glocke stiftete die Zivilgemeinde Wachtberg. Das Harmonium stammt aus der ehemaligen Kapelle des Limbachstiftes. Es wurde beim Abriss des Altbaus vor der Verschrottung gerettet. Bänke und die Eingangstür wurden als Auftragsarbeit an die Schreinereibetriebe Michael Sebastian und Ernst Meditz, Berkum, vergeben. Die Kapelle und die Außenanlagen werden bis heute in Eigenleistung gepflegt und betreut. Zweimal im Jahr wird Heilige Messe gefeiert, zum Patrozinium am 20. August und zur Kirchweih am 20. Oktober. Seit Ihrer Weihe war die Pluskapelle mehrfach Ziel für die Hl. Eucharistie und Abschlusssegen der Fronleichnamsprozession. Einmal Im Monat gibt es eine Andacht mit Kommunionfeier. Zu jeder Andacht und jedem Gottesdienst ruft das Glöckchen vom Kapellenturm.

Margret Schmitz und Hans-Ullrich Engels

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