St. Gereon Niederbachem

St. Gereon Ndb

„Mutterkirche des Drachenfelser Ländchens“ wird die Gereonskirche in Niederbachem genannt. Seit mehr als tausend Jahren versammeln sich an dieser Stelle Menschen zu Gottesdienst und Gebet. Als älteste Pfarrkirche der Region war das Niederbachemer Gotteshaus Send- und Kirchspielkirche für ein Gebiet, das bis nach Berkum und Werthhoven reichte. Noch 1595 wird die Kirche von Berkum ausdrücklich als Tochter der Kirche von Niederbachem bezeichnet. Bereits im 8. Jahrhundert muss sich an der Stelle der heutigen Kirche eine kleine hölzerne Kapelle befunden haben. Vermutlich war sie nicht größer als 3,9 x 3,8 Meter. Errichtet wurde sie als Hofkapelle des nahegelegenen Fronhofs des Kölner Stiftes St. Gereon. Daher die Lage im Tal des Mehlemer Bachs, abseits des eigentlichen Dorfkerns.

Der Volksmund fand freilich eine eigene Erklärung für die Wahl des Bauplatzes: „Eigentlich sollte die Kirche in Bondorf (Ortsteil an der heutigen Bergstrasse) gebaut werden. Aber jedes Mal, wenn das Baumaterial dorthin gebracht wurde, war es am nächsten Tag verschwunden – dorthin, wo jetzt die Kirche steht“. Ältestes noch erhaltenes Bauteil der Kirche ist der Turm aus dem 12. Jahrhundert. Er diente nicht nur als Glockenturm, sondern war bei Gefahr auch Zufluchtsort für die Bevölkerung. Beim Kirchbau wurden unter anderem Steine aus den ehemaligen römischen Anwesen des Ortes verwendet. Sogar das Bruchstück eines Jupiteraltars fand sich in den Fundamenten. Während der reformatorischen Wirren unter Erzbischof Hermann von Wied (1515 - 1547) amtierte vorübergehend auch in Niederbachem ein evangelischer Prediger. Das Zwischenspiel endete allerdings schon nach kurzer Zeit mit der Vertreibung des Prädikanten. Not- und Kriegszeiten brachte das 17 . Jahrhundert. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden Dorf und Kirche mehrfach von marodierenden Truppen verwüstet. Zur Reparatur der Kirche, „welches letzlich im Krischwesen demolieret“, schenkte Catharina von Hillesheim, Witwe des Johann von Kessel, 1636 einen Weingarten.

Auch der Fronhofpächter Friedrich Weinreich stiftete ein Grundstück. Als einziger Angeklagter der Drachenfelser Hexenprozesse 1631 - 1645 war Weinreich nicht zum Tode verurteilt worden. Zu verdanken hatte er dies dem Stift St. Gereon, das beim Kurfürsten höchstselbst zugunsten des Pächters interveniert hatte. Das von Weinreich gestiftete Jahrgedächtnis wird noch heute gehalten. Die Kriegsschäden müssen wohl behoben worden sein. 1665 heißt es: „Die Kirche in Niederbachem ist klein und schmutzverkrustet. Sie hat drei Altäre, schön und neu“. Einer dieser Altäre ist der heute noch vorhandene Sebastianusaltar. Bemerkenswert ist das Altarbild, das im Hintergrund eine Rheinansicht mit Godesburg, Bonner Münster, dem noch unvollendeten Kölner Dom und der Kölner Stiftskirche St. Gereon zeigt. Neue Schäden brachte ein Erdbeben im Jahr 1673. 1679 wird berichtet, dass die Kirche in Niederbachem, welche nur notdürftig mit einem Strohdach versehen sei, dringend wiederaufgebaut werden müsse, da sich bei Regen kein Gottesdienstbesucher oder Teilnehmer an anderen Versammlungen in ihr aufhalten könne.

1681 war der Wiederaufbau vollendet, wie das Chronogramm über dem Turmportal bezeugt. Als letzte größere Baumaßnahme erfolgte dann in den Jahren 1849 - 1854 der Anbau eines Querschiffs und eines neuen Chors. Ortsansässige Handwerker wie Stellmachermeister Joseph Zettelmeyer zimmerten die hölzernen Kreuzrippengewölbe, die an die Stelle der bisherigen flachen Decke traten. Finanziert wurde die Erweiterung komplett aus Spenden der Einwohnerschaft.

Größter Einzelspender war Pfarrer Johann Andreas Breuer, der wenige Jahre später der Pfarrgemeinde auf eigene Kosten auch das prächtige Pfarrhaus schenkte. Die Geschichte der Gereonskirche ist geprägt von Wandel und Veränderungen, von Wachstum und vom Bewahren überkommener Werte. Ihre reiche Ausstattung ist ein lebendiges Zeugnis des Opfersinns der Menschen, die hier seit Jahrhunderten Sorgen und Nöte, Freude und Dank vor Gott tragen.

Frank Hüllen

(Ausführlich widmen sich der Niederbachemer Kirche die Godesberger Heimatblätter, Heft 44 – Jahresheft 2006)

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