Kapelle St. Josef in Gimmersdorf

Gi Kapelle_hell_Renate Pütz

„Lebendig gehören wir nach Berckum, todt nach Oberbachem“ – so liest sich ein alter Spruch der Gimmersdorfer in der „Heimatfestschrift des Drachenfelser Ländchens zur Hundertjahrfeier der Dorflinde am 25./26.6.1949“ und auch später in dem Heft „275 Jahre Kapelle Gimmersdorf“, das es immerhin zu einer 2. Auflage 1996 gebracht hat. Die Gimmersdorfer, so heißt es da, „hatten schon immer ein Problem: sie wussten eigentlich nie so recht, wohin sie gehörten.“ Anfang des 18. Jahrhunderts besaß Gimmersdorf keine eigene Kirche, sondern gehörte wie Kürrighofen und Ließem zur Pfarrei Oberbachem. Weil aber die Abgabe des „Zehnt“ zwischen Oberbachem und Berkum wechselte, wurde in Berkum getauft und in Oberbachem begraben. Erst als im Jahre 1703 der Berkumer Pfarrer Andreas Klings in Berkum eine Vikarie stiftete, hatten die Gimmersdorfer Aussicht auf eine eigene Kapelle, denn mit dieser Stiftung ging die Verpflichtung einher „mittwochs und freitags in Gimmersdorf zu Ehren des süßen Namen Jesu“ eine heilige Messe zu feiern. Am 22. Dezember 1714 konnte dann endlich eine eigene Kapelle durch den Prior von Marienforst geweiht werden. Ursprünglich war sie der ganzen Heiligen Familie geweiht; später hieß sie nur noch: „Kapelle des hl. Josef“. Den hl. Josef sieht man denn auch als Statue über der Eingangstür, aber darunter verweist ein sogenanntes Chronogramm auf den Namen der Kapelle: „Kapelle Jesu, der Gottesgebärerin und Josephs“ und - versteckt in den hervorgehobenen lateinischen Buchstaben – auf das Weihejahr der Kapelle: MDLLVVIIII (=1714).

In der Kapelle, ein aus Eifel-Bruchstein errichteter Saalbau, wurde also zweimal in der Woche die Heilige Messe gefeiert. Die geistliche Versorgung für diese Werktagsmessen oblag den Berkumer Vikaren. Eigene Tauf-, Trau- und Beerdigungsrechte hat die Kapelle nie gehabt.

Der Altar der Kapelle dürfte um 1670 entstanden sein; vermutlich wurde er aus dem Kloster Marienforst übernommen. Das Altarbild stellt kein biblisches Ereignis dar. Es zeigt Maria auf der Treppe zum Tempel und symbolisiert damit ihren Abschied von den Eltern. Sie ist Gott geweiht, „Magd des Herrn“.

Mehrfach begegnet uns das Bild des gekreuzigten Herrn: an den beiden Seitenwänden als der Leidende und auf dem Altartisch als königlicher Sieger. Das Medaillon, das in den Altar eingelassen ist, zeigt Jesus als König der Welt, gekleidet in einen purpurnen Königsmantel, in der einen Hand nach Art des Reichsapfels die Erdkugel mit dem Kreuz, die andere Hand segnend erhoben. An der Spitze des Altaraufbaus befindet sich eine Schnitzerei aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, ein sogenannter Gnadenstuhl: Gottvater hält den gekreuzigten Sohn in seinen Armen.

Auch wenn heute keine Wochentagsmessen mehr in der Kapelle gefeiert werden können, so bleibt sie doch ein lebendiger Kirch-Ort, ein markanter Ortsmittelpunkt und ein wichtiges kulturhistorisches Denkmal.

Claudia Schütz-Großmann

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